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Augsburger Wassermanagement-System und grenzüberschreitende Montanregion Erzgebirge sind Welterbe

Die drei Prachtbrunnen Herkulesbrunnen, Merkurbrunnen und Augustusbrunnen aus der Renaissance-Zeit zeugen vom Augsburger Wasserreichtum.

Die drei Prachtbrunnen Herkulesbrunnen, Merkurbrunnen und Augustusbrunnen aus der Renaissance-Zeit zeugen vom Augsburger Wasserreichtum., © Deutsche UNESCO-Kommission / Johann Angermann

06.07.2019 - Pressemitteilung

Am 6. Juli 2019 nahm das UNESCO-Welterbekomitee auf seiner Sitzung in Baku zwei neue Stätten aus Deutschland in die UNESCO-Welterbeliste auf: das Augsburger Wassermanagement-System und die deutsch-tschechische Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří.


Die Schachtanlage Reiche Zeche wird von der TU Bergakademie Freiberg für Lehre und Forschung genutzt.
Die Schachtanlage Reiche Zeche wird von der TU Bergakademie Freiberg für Lehre und Forschung genutzt.© Deutsche-UNESCO-Kommission / Johann Angermann

Seit dem Mittelalter wurde im sächsisch-böhmischen Erzgebirge Erz abgebaut. Die Region entwickelte sich von 1460-1560 zur größten Silbererzquelle Europas und war Ursprung zahlreicher technologischer Innovationen. Bergwerke, innovative Erzaufbereitungsanlagen, Schmelzhütten und Bergbaustädte: Die Kulturlandschaft des Erzgebirges wurde über nahezu 800 Jahre kontinuierlich und maßgeblich vom Bergbau geprägt.

Michelle Müntefering, Staatsministerin für internationale Kulturpolitik im Auswärtigen Amt, übermittelte ihre Glückwunsche zum Welterbetitel: „Die internationale Zusammenarbeit ist von Erfolg gekrönt, das industrielle Kulturerbe in Böhmen und Sachsen hat außergewöhnliche Bedeutung und universellen Wert“, so Müntefering. „Ich freue mich über die erste gemeinsame Welterbestätte mit der Tschechischen Republik. Das ist auch ein wichtiges europäisches Signal und zeigt die enge kulturelle Verflechtung unserer Länder.“ Ministerpräsident Michael Kretschmer dankte dem Welterbekomitee im Namen des Freistaates Sachsens.

Das Wassermanagement-System der Stadt Augsburg wurde in mehreren Phasen seit dem 13. Jahrhundert entwickelt. Es umfasst ein Kanalsystem, Wassertürme mit Pumpwerken aus dem 15.-17. Jahrhundert, eine ehemals durch Wasser gekühlte Stadtmetzgerei, drei Prachtbrunnen sowie Wasserkraftwerke, die auch heute noch nachhaltig Strom erzeugen. Die aus diesem Wasserwirtschaftssystem entstandenen technologischen Innovationen machen die Stadt Augsburg bis heute zu einem Vorreiter des Wasserbaus.

„Ich freue mich sehr über die Entscheidung des Welterbekomitees der UNESCO“, erklärte Staatsministerin Müntefering. „Mit diesem Eintrag in die UNESCO-Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt werden nicht nur die Wasserbau- und Brunnenkunst als ingenieurtechnische beziehungsweise künstlerische Leistung gewürdigt, sondern auch der nachhaltige Umgang mit unserer wertvollsten Ressource seit über 700 Jahren“, so die Staatsministerin. „Das zeigt einmal mehr den engen Zusammenhang von Kultur und Nachhaltigkeit als Teil unseres Lebensraumes.“

Damit gehören 46 deutsche Stätten zum UNESCO-Welterbe der Menschheit.

Weiterführende Informationen:

zur Pressemitteilung der DUK zur Montanregion Erzgebirge

zur Pressemitteilung der DUK zum Augsburger Wassermanagement-System

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