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Constitutio Antoniniana als Weltdokumentenerbe ausgezeichnet

Festakt zur Aufnahme der „Constitutio Antoniniana“ in das UNESCO-Weltdokumentenerbe am 13. Juni 2018. 

Festakt zur Aufnahme der „Constitutio Antoniniana“ in das UNESCO-Weltdokumentenerbe am 13. Juni 2018. , © JLU-Pressestelle / Rolf K. Wegst

13.06.2018 - Pressemitteilung

Constitutio Antoniniana ist Weltdokumentenerbe

Am 13. Juni 2018 wurde in Gießen die offizielle Aufnahme der Constitutio Antoniniana in das
UNESCO-Weltdokumentenerbe vollzogen. Der hessische Minister für Wissenschaft und Kunst Boris Rhein erhielt die UNESCO-Urkunde aus den Händen des Vortragenden Legationsrats im Referat Multilaterale Kultur- und Medienpolitik des Auswärtigen Amtes, Bernhard Abels. Die UNESCO hatte die Papyrushandschrift aus dem 3. Jahrhundert nach Christi im Oktober 2017 zum UNESCO-Weltdokumentenerbe ernannt.

Minister Rhein unterstrich während des Festakts: „Mit der Constitutio Antoniniana können wir in Hessen einen Schatz mit weltweiter Bedeutung vorweisen: Sie ist das einzige erhaltene Exemplar des Beschlusses, mit dem Kaiser Marcus Aurelius Severus Antoninus erstmals einen einheitlichen Bürgerstatus für Millionen von Menschen unterschiedlicher Kulturen auf drei Kontinenten schuf.“ Bis dahin hatten viele Bewohner den Rang von „Fremden“ inne und damit einen gegenüber den römischen Bürgern nachteiligen Rechtsstatus im Bereich des Straf- und Zivilrechts, der Steuerveranlagung und der sozialen Mobilität.

Der Papyrus Gissensis I 40 enthält das einzige heute noch erhaltene Exemplar der Constitutio Antoniniana. Es wird in der Papyrussammlung der Justus-Liebig-Universität Gießen aufbewahrt.

Das UNESCO-Weltdokumentenregister „Memory of the World“ wurde 1992 ins Leben gerufen. Es ist ein globales digitales Netzwerk mit herausragenden Buchbeständen, Handschriften, Partituren, Bild-, Ton- und Filmdokumenten. Ziel des Registers ist es, dokumentarische Zeugnisse von außergewöhnlichem Wert in Archiven, Bibliotheken und Museen zu sichern und zugänglich zu machen. Insgesamt zählen 427 Dokumente zum Weltdokumentenerbe, darunter 24 aus Deutschland.

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