Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Festakt zum UNESCO-Welterbestatus des Naumburger Doms

Naumburger Dom

Sachsen-Anhalt, Naumburg/Saale: Der Naumburger Dom ist im Zentrum der Altstadt zu sehen., © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

21.10.2018 - Pressemitteilung

Mit einem Bürgerfest und einem Festakt feierte Naumburg am 21. Oktober 2018 mit 500 Gästen die offizielle Aufnahme des Naumburger Doms mit seinen weltberühmten Stifterfiguren in die UNESCO-Welterbliste. Michelle Müntefering, Staatsministerin für internationale Kulturpolitik im Auswärtigen Amt, überreichte die Urkunde an den Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt Dr. Reiner Haseloff. In ihrer Ansprache erklärte sie:

„Der Naumburger Dom dokumentiert eindrucksvoll, wie wichtig der kulturelle Austausch und die Mobilität von Künstlern für gesellschaftliche und künstlerische Entwicklungen in Europa waren.“

Die Dechantin des Domkapitels der Vereinigten Domstifter Prof. Dr. Karin v. Welck begrüßte die Festveranstaltung sowie die angereisten UNESCO-Botschafter. Den Festvortrag hielt Dr. Holger Kunde, Stiftsdirektor der Vereinigten Domstifter. In seiner Danksagung erklärte Ministerpräsident Dr. Rainer Haselhoff:

„Die Menschen in Sachsen-Anhalt sind sich der herausragenden Bedeutung des Naumburger Doms für diese Region und für die Architekturgeschichte der Menschheit sehr bewusst. Die Landesregierung hat die Erhaltung und Vermittlung dieses einzigartigen Baudenkmals stets in besonderer Weise unterstützt. Dies werden wir fortsetzen.“

In einer Gesprächsrunde diskutierten der Staats- und Kulturminister des Landes Sachsen-Anhalt Rainer Robra, die Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission Prof. Dr. Maria Böhmer, die Beauftragte der Kultusministerkonferenz für das UNESCO-Welterbe Dr. Brigitta Ringbeck sowie der Ständige Vertreter Deutschlands bei der UNESCO Botschafter Stefan Krawielicki über den langen Weg des Doms zum Welterbe. Prof. Böhmer:

„Die UNESCO hat die universelle Bedeutung des Naumburger Doms anerkannt. Damit ist er Teil des Erbes der Menschheit.“

Über die Hälfte der Mitglieder des UNESCO Welterbekomitees, das im Juli 2018 bei der jährlichen Sitzung des Welterbekomitees der UNESCO in Manama/Bahrain die Aufnahme des Doms entschieden hatte, war aus Paris oder aus Übersee angereist, zumeist auf Botschafter-Ebene: Aserbaidschan, Bosnien und Herzegowina, Brasilien, Burkina Faso, Guatemala, Kuwait, St. Kitts und Nevis, Tansania, Tunesien, Uganda, Zimbabwe.

UNESCO-Welterbe Naumburger Dom

Der Naumburger Dom St. Peter und St. Paul zählt als einzigartiges Zeugnis der mittelalterlichen Architektur und Kunst des 13. Jahrhunderts zu den bedeutendsten Kathedralbauten des Hochmittelalters. Der Westchor des Doms ist durch die Verbindung von Architektur, Skulpturen und Glasmalereien ein außergewöhnliches Gesamtwerk der Werkstatt des sogenannten Naumburger Meisters. Dieser brachte mit seiner Werkstatt den an den Kathedralen von Noyon, Amiens und Reims entwickelten hochgotischen Stil über das Rheinland nach Naumburg im Osten des Römischen Reichs; danach wanderte er weiter nach Nordspanien. Weltbekannt sind die zwölf überlebensgroßen Stifterfiguren des Naumburger Doms, vor allem die Figur der Uta von Naumburg, sowie sein Westlettner mit den Passionsreliefs.

Hintergrundinformation

Die Liste des UNESCO-Welterbes umfasst derzeit 1.092 Stätten in 167 Ländern. Deutschland verzeichnet 44 Welterbestätten. Kriterien für die Anerkennung als UNESCO-Welterbe sind unter anderem der außergewöhnliche universelle Wert der Stätte und ein Managementplan, der die Erhaltung des Erbes für aktuelle und zukünftige Generationen sicherstellt. Mit der Einschreibung in die Welterbeliste verpflichten sich die Vertragsstaaten, die Welterbestätten auf ihrem jeweiligen Staatsgebiet zu schützen und ihren Wert der Gesellschaft zu vermitteln.

nach oben