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Struktur der UNESCO

UNESCO

UNESCO, © Colourbox

20.02.2018 - Artikel

Die UNESCO hat sich in ihrer Verfassung drei Organe gegeben: die Generalkonferenz, der Exekutivrat und das Sekretariat. Letzteres wird von einer Generaldirektorin / einem Generaldirektor geleitet. Sie sichern die Umsetzung des Programms der UNESCO.

Vorbereitung der Generalkonferenz
Vorbereitung der Generalkonferenz© UNESCO / Ravassard

Die Generalkonferenz  der UNESCO tagt alle zwei Jahre unter Teilnahme der Delegationen aller (zur Zeit 195) Mitgliedstaaten in Paris. Sie ist das oberste Beschlussorgan des UNESCO und übt mit dem Budgetrecht das Königsrecht aus: Wer inhaltliche Programme gestalten will, muss im Haushaltsverfahren Mittel dafür bereitstellen. Sie beschließt das Budget für den nächsten Zwei-Jahres-Zeitraum (sog. Biennium), verabschiedet alle sechs Jahre die mittelfristige Programmplanung der Organisation (sog. C/4). Sie verabschiedet auch die strategische Langzeitplanung und wählt alle zwei Jahre jeweils die Hälfte der Mitglieder des Exekutivrates neu.

Jede der Ständigen Vertretungen versucht, durch gute Vorbereitung, Kompetenz und das Schmieden von Koalitionen oder durch Absprachen, möglichst viele Verbündete für ihre Anliegen zu finden. Wenn ein Land um Mitgliedschaft im Exekutivrat kandidiert oder einen Kandidaten für das Amt des Generaldirektors stellt, gilt das natürlich besonders. Ein Großteil dieser Arbeit findet „hinter den Kulissen“ statt.

Die Generalkonferenz ernennt gemäß den Vorgaben der Verfassung und der Statute den Generaldirektor. Den Vorschlag dazu macht ihr der Exekutivrat, der in einem mehrtägigen Wahlverfahren aus mehrern Bewerbern einen Kandidaten auswählt.

Zur Bewältigung ihrer höchst umfangreichen Tagesordnung tagt die Generalkonferenz parallel in Komitees und Kommissionen sowie im Plenum.

Der Exekutivrat  ist vor allem für die Geschäftsführung zwischen den Sitzungen der Generalkonferenz verantwortlich. Er tagt in der Regel 2 Mal jährlich für einen Zeitraum von ca. drei Wochen.

Vorbereitung des Exekutivrats
Vorbereitung des Exekutivrats© UNESCO / Bijelijac

Nur der erste Exekutivrat nach der Generalkonferenz dauert nur einen Tag und beschränkt sich darauf, den neu gewählten Exekutivrat zu konstituieren. Mit Ständigen Kommissionen und Komitees sichert der Exekutivrat die Wahrnehmung aller Geschäftsbereiche der Organisation.

In den Kommissionen sind alle 58 Mitgliedsstaaten des Exekutivrats vertreten. Sie diskutieren die Tagesordnungspunkte und holen gegebenenfalls weitere Informationen von Vertretern des Sekretariats ein. Ziel ist die konsensuelle Verabschiedung von Entscheidungsvorlagen, die dann an den Exekutivrat weitergeleitet werden.

Die Programme and External Relations Commission (PX) befasst sich mit Fragen der Programmplanung, wie z.B. der Evaluierung von UNESCO-Programmen und UNESCO-Preise. 

In der Financial and Administrative Commission (FA) werden all diejenigen Tagesordnungspunkte besprochen, die finanzielle und administrative Implikationen haben. Die Kommission wird von einer Expertengruppe, der Group of Experts on Financial and Administrative Matters (FX), technisch beraten.

In den Komitees sind nur gewählte Mitgliedsstaaten vertreten. Sie kommen zu folgenden Themen zusammen:

Das Special Committee (SC) befasst sich mit der Arbeitsweise und der Struktur der UNESCO und überprüft beispielsweise, wie Sitzungen des Exekutivrats und der Generalkonferenz effizienter gestaltet werden können.

Das Committee on Recommendations and Conventions (CR) behandelt in vertraulichen Sitzungen Fälle, in denen gegen Menschenrechte im Bereich Bildung, Wissenschaft und Kultur verstoßen wurde.

Im Committee on International Non-Governmental Organizations (NGO) werden Möglichkeiten einer verstärkten Zusammenarbeit der UNESCO mit Nichtregierungsorganisation geprüft.

UNESCO
UNESCO© epa

Das Sekretariat der UNESCO, zurzeit ca. 1.000 Personen am Hauptsitz in Paris, ist die Schaltzentrale der täglichen operativen Tätigkeiten dieser VN-Organisation. Seine Hauptaufgabe besteht darin, die Umsetzung des Beschlossenen sicherzustellen, dafür zu sorgen, dass das nötige Personal angeworben wird, das UNESCO-Hauptquartier auch funktioniert und die Finanzmittel wie vorgesehen ausgegeben werden. Die  Programmimplementierung findet auf der Grundlage der strategischen Langzeitplanung, der mittelfristigen Programmplanung (sog. C/4) und des jeweils zwei Jahre umfassenden Budgetentwurfs (sog. C/5) statt.

Eine Völkerrechtsberaterin prüft dabei, dass auch alles nach den Regeln des Gesetzes und auf der Basis der Verfassung der UNESCO rechtmäßig vor sich geht. Ständiger Kontakt mit dem Exekutivrats-Mitgliedern, der Generalkonferenz und über das ganze Jahr hinweg mit den Ständigen Vertretungen der Mitgliedstaaten bei der UNESCO in Paris ist die Basis für diese operative Tätigkeit.

Zur Umsetzung der von den Mitgliedsstaaten verabschiedeten Programme und Richtlinien unterhält das Sekretariat außerhalb seines Sitzstaats Frankreich mehr als 50 Feldbüros sowie  diverse UNESCO-Institute. Durch eine Vielzahl von UNESCO-Schulen, Lehrstühlen, Partnerorganisationen und Nationalen UNESCO-Kommissionen verfügt die Organisation über ein intensives Netzwerk an Kontakten und eine Fülle von Schnittstellen zur Zivilgesellschaft.

UNESCO  Generaldirektorin Frau Audrey Azoulay
UNESCO  Generaldirektorin Frau Audrey Azoulay© Quelle: picture alliance / dpa

Generaldirektorin der UNESCO ist die Französin Audrey Azoulay. Sie wurde am 10. November 2017 von der 39. Generalkonferenz in Paris gewählt und ist die 11. Generaldirektorin in der Geschichte der UNESCO.

Audrey Azoulay war von Februar 2016 bis Mai 2017 französische Ministerin für Kultur und Kommunikation. Zuvor beriet sie den ehemaligen Staatspräsidenten Hollande in Kulturfragen, u.a. beim Schutz des gefährdeten Kulturerbes und der Förderung kultureller Vielfalt. Zwischen 2006 und 2014 arbeitete sie für das französische Zentrum für Kinematographie und Bewegtbild (CNC), unter anderem als stellvertretende Generaldirektorin. Zudem war sie Rechtsexpertin für Kultur und Kommunikation bei der Europäischen Kommission und Leiterin des Büros für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk im französischen Kultusministerium. Azoulay absolvierte die Ecole nationale d’administration (ENA) und erwarb Abschlüsse am Institut d‘études politiques de Paris (Sciences Po) und der University of Lancaster (England).

Institute und Zentren dienen der Erforschung und Entwicklung verschiedenster Fragestellungen und werden in zwei Kategorien unterteilt:

Kategorie 1

Institute und Zentren der Kategorie 1 sind auf Empfehlung des Exekutivrats und der Entscheidung der Generalkonferenz integraler Bestandteil der Organisation. Sie tragen das Logo der UNESCO, werden von UNESCO-Personal geleitet, das wiederum dem Generaldirektor verpflichtet ist, und sind zur Vorbereitung und Implementierung des Programms der UNESCO, wie es in der Mittelfrist-Strategie und im Dokument zu Programm und Haushalt formuliert ist, verpflichtet.

Kategorie 2

Institute und Zentren unter der Schirmherrschaft der UNESCO, auch Kategorie-2-Institute und -Zentren genannt, sind rechtlich autonom, stimmen ihre Arbeit jedoch auf die Prioritäten der UNESCO ab. Die UNESCO steht den Instituten mit technischem Rat zur Seite.

Institute und Zentren in Deutschland

UIL Institut in Hamburg
UIL Institut in Hamburg© UIL Hamburg

In Deutschland sind ein Institut (UNESCO Institute for Lifelong Learning in Hamburg) und ein Zentrum der Kategorie 1 für den Bereich Bildung (UNESCO-UNEVOC in Bonn) eingerichtet worden.

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